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 Olympia 2014 
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Beitrag Olympia 2014
sn e-paper von heute zum gestrigen testspiel gegen dänemark:

Ein Lebler auf dem Eis war zu wenig

Österreichs Eishockey-Team verliert Olympia-Test gegen Dänemark 2:3 – Zu viele Chancen wurden vergeben


Von MICHAEL SMEJKAL
WIEN (SN). Das Interesse an der heimischen Eishockey-Nationalmannschaft scheint vor dem Olympia-Auftritt richtig groß: Immerhin 5750 Fans wollten Dienstag Abend das Testspiel des Teams vor dem Abflug nach Sotschi sehen – und verließen mit recht gemischten Gefühlen die Halle in Wien-Kagran: Österreich verlor den Test gegen Dänemark 2:3 (0:2, 1:1, 1:0) und offenbarte dabei viele Fehlerquellen.

Vor allem im ersten Drittel fehlte dem Team völlig der Zusammenhalt. Die nicht für Olympia qualifizierten Nordländer konterten die heimische Mannschaft mit erschreckender Leichtigkeit aus. Dazu kassierte Ersatzkeeper Rene Swette mit dem ersten Schuss auf sein Tor gleich einen vermeidbaren Treffer zum 0:1 (Kim Staal/5.). Im zweiten Abschnitt lief es für Österreich deutlich besser. Die noch ohne den drei NHL-Legionären angetretene Mannschaft kam besser ins Spiel und fand auch zahlreiche Chancen (Oberkofler, Trattnig, Nödl) vor. Mehr als ein Tor ließ der überragende Gäste-Keeper Patrick Galbraith, der sein Geld in Schweden verdient, in dieser Phase nicht zu – genau so einen Rückhalt bräuchte die rot-weiß-rote Equipe in Sotschi. Auf Brian Leblers Anschlusstor zum 1:2 (39.) folgte jedoch prompt das 1:3, das Tor kassierte bereits Mathias Lange. Lebler war es auch, der mit einem sehenswerten Rückhandtor neuerlich das Anschlusstor (48.) gelang. Es war der Startschuss für eine Schlussoffensive, die viele Chancen, aber kein Tor mehr brachte.

Thomas Vanek, der nächste Woche zum Team in Sotschi stoßen wird, hat Schlagzeilen in der NHL gemacht: Vanek nahm das Vertragsangebot der New York Islanders nicht an und wäre damit ab 1. Juli ablösefrei (free agent). Nun rechnen viele Insider, dass ihn die Islanders vor dem Transferschluss am 5. März noch weiterverkaufen. Der 30-Jährige war erst im Oktober von Buffalo nach New York transferiert worden.

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5. Feb 2014, 08:25
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Beitrag Re: Olympia 2014
Dominique Heinrich und Zdeno Chara :lol:
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8. Feb 2014, 17:54
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Beitrag Re: Olympia 2014
erinnert an duncan und a.lakos :lol:

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Peter Thiel


10. Feb 2014, 08:46
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 11.02.2014:

Raffl war froh, kein Russe zu sein

Die NHL-Stars sind da, heute trainieren Thomas Vanek und Co. erstmals mit dem Olympiateam


Von HEIMO KOFLER
Sotschi (SN). Michael Raffl war ganz froh, kein Russe zu sein. Das Gedränge nach der Ankunft des ersten von drei Flugzeugen mit Stars aus der National Hockey League (NHL) in Sotschi war groß. Vor allem jenes um die Russen. Alexander Owetschkin, Evgeni Malkin, Pavel Datsyuk und Kollegen wurden von der russischen Presse bedrängt – bis Eis hockey-Verbandspräsident Wladislaw Tretjak dem Treiben ein Ende machte. „Ich möchte mich zuerst mit den Spielern unterhalten“, sagte Tretjak.

In drei von der Spielergewerkschaft NHLPA gecharterten Flugzeugen wurden die mehr als 130 Eishockeystars für das olympische Turnier eingeflogen, Raffl war in der ersten Maschine dabei. Der Stürmer von den Philadelphia Flyers konnte nach einem Zehn-Stunden-Flug gleich ins olympische Dorf einziehen und mit seinen österreichischen Teamkameraden frühstücken. „Am ersten Tag werde ich versuchen, die Zeitumstellung zu verdauen, und versuchen, mich schnell hier einzu leben“, meinte Raffl.

Vanek war überrascht
Drei Stunden später waren dann auch die Islanders-Stürmer Thomas Vanek und Michael Grabner da. „Kein Vergleich zu New York“, war der Mannschaftskapitän über die milden Temperaturen erstaunt. „So richtig nach Winterspielen sieht es hier nicht aus. Bei fast 15 Grad und Sonnenschein kann man sich das beinahe schwer vorstellen“, sagte Thomas Vanek.

Für das NHL-Trio stand gleich nach der Ankunft noch eine „Modeschau“ auf dem Programm: Sie fassten zwei Koffer voll mit Olympiakleidung aus. „Das Anprobieren wird schon dauern“, meinte Michael Grabner.

Abschied von Olympia
Um elf Uhr war für drei andere Spieler das Olympiaabenteuer zu Ende. Nur 25 Spieler dürfen pro Mannschaft akkreditiert werden, deshalb hieß es für Markus Peintner, Rafael Rotter und Dominique Heinrich Abschied nehmen aus Sotschi. Sie trugen es mit Fassung. „Auch wenn wir im Olympiaturnier nicht spielen konnten, war es eine tolle Erfahrung für uns“, meinte Peintner.

Am heutigen Dienstagvormittag geht Österreichs Olympia auswahl nach einem trainingsfreien Montag erstmals komplett aufs Eis. Zwei Tage bleiben dem Trainerstab um Manny Viveiros noch für den Feinschliff – am Donnerstag um 9.00 Uhr MEZ wartet bereits das Turnier-Auftaktspiel gegen Finnland.

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11. Feb 2014, 07:14
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 12.02.2014:

Vanek: „Haben das beste Team aller Zeiten“

Eishockey. Superstar Thomas Vanek über das Olympiaturnier, warum Kanada hier Gold holt und seine persönliche Zukunft.


VON MICHAEL SMEJKAL
Mit dem Spiel Tschechien gegen Schweden beginnt am heutigen Mittwoch das olympische Eishockey-Turnier, das vier Jahre nach Kanadas Gold in Vancouver im Zeichen der Revanche der Russen (gingen damals 3:7 gegen Kanada unter) steht. Erstmals seit 2002 ist auch Österreich dabei, das auf Finnland (Donnerstag), Kanada (Freitag) und Norwegen (Sonntag) trifft. Angeführt wird das Team von Kapitän und NHL-Star Thomas Vanek, der am Dienstag zum ersten Mal trainiert hat. Vanek wird neben Thomas Koch und Oliver Setzinger stürmen, im Powerplayblock kommt Brian Lebler statt Koch dazu. Nach seinem ersten Training nahm sich der 50-Millionen-Mann Zeit für ein Interview.
SN: Wie ist der erste Eindruck hier?
Vanek: Sehr gut. Nur das warme Wetter überrascht mich, das hat nichts mit Winterspielen zu tun. Die Halle ist schön und unser erstes Training war sehr, sehr gut. Es passt alles.
SN: Was bedeutet für Sie eigentlich Olympia?
Vanek: Es ist das Größte, das es im Sport gibt. Ich habe schon als Kind vor dem Fernseher alle Olympiaturniere im Eishockey verfolgt. Jetzt wird ein Traum für mich wahr, da geht nichts drüber.
SN: Da drängt sich gleich die Frage nach dem Favoriten auf . . .
Vanek: Das ist für mich definitiv Kanada. Danach gibt es fünf, sechs Länder, die um die Medaillen spielen, Schweden, auch die USA schätze ich stark ein.
SN: In der Aufzählung fehlt Russland. Warum erwarten Sie nichts von Owetschkin und Co.?
Vanek: Die kommen auch für eine Medaille infrage, vielleicht auch für Gold. Aber Kanada hat den komplettesten Kader, da ist jede Position von 1 bis 22 mit dem besten Spieler besetzt.
SN: Am Freitag spielt Österreich gegen Kanada. Was sagen Sie da als Kapitän vorher in der Kabine?
Vanek: Dass ich Kapitän bin, ist eine große Ehre für mich, aber die Rolle wird überschätzt. Wir sind Profis, wir wissen, was man tun muss. Gegen Finnland und Kanada dürfen wir ohnedies nicht auf den Gegner schauen, wir müssen unser System spielen. Es ist egal, ob wir das erste Gegentor in der zehnten oder in der 30. Minute kassieren, das ändert für uns nichts.
SN: Wie schätzen Sie Österreich auf diesem Niveau ein?
Vanek: Es ist mit Sicherheit das beste Team aller Zeiten, das wir hier haben. Wir sind vor allem im Angriff sehr gut besetzt, da brauchen wir uns nicht zu verstecken.
SN: Die Schwachstellen sind Torhüterposition und Verteidigung, sehen Sie das auch so?
Vanek: Es wird schwierig für die Jungs da hinten werden, das ist auf dem Level einfach so. Klar, wir werden Fehler machen, aber hoffentlich möglichst wenige und nicht 20 pro Spiel.
SN: Freuen Sie sich auf Ihre neuen und alten Linienpartner?
Vanek: Ja, das ist total emotional. Mit Thomas Koch und Oliver Setzinger habe ich schon zusammengespielt, als ich 14 Jahre alt war. Schön, dass wir jetzt gemeinsam bei Olympia sind.
SN: Eine Frage zu Ihrer Zukunft: Ihr Vertrag mit den New York Islanders endet am 30. Juni. Stehen Sie bei Olympia also in der Auslage?
Vanek: Nein, in der NHL weiß man, was meine Stärken und meine Schwächen sind, da ändert Olympia nichts.
SN: Gibt es eine Tendenz zu einem anderen Club?
Vanek: Nein, es kann auch keine Tendenz geben, denn die New York Islanders können mich an den Club verkaufen, an den sie wollen, und ich habe kein Mitspracherecht in meinem Vertrag.
SN: Die NHL hat eigens die Liga unterbrochen, Sie sind dann in drei Charterflügen mit 149 NHL-Spielern nach Sotschi geflogen. Stellt man sich das wie einen Schulausflug der Eishockey-Millionäre vor?
Vanek: So ähnlich, es war echt witzig, wir hatten richtig Spaß im Flugzeug. In meinem Flieger waren Spieler von zwölf verschiedenen Clubs. Wir kennen uns alle und verstehen uns gut, auch wenn wir uns auf dem Eis beschimpfen und uns nichts schenken.
SN: Die Eisfläche ist immer wieder ein Thema. Ist das für diese Weltklassespieler ein Problem?
Vanek: Problem würde ich nicht sagen, aber es ist schon sehr un gewohnt. Die Laufwege sind halt einfach anders und auch der Win kel, in dem du zum Schuss kommst. Aber ein guter Spieler hat das schnell im Blut.
SN: Österreichs Team ist eingespielt, Finnland und Kanada bunt zusammengewürfelt aus Nordamerika kommend. Ist das eine kleine Chance?
Vanek: Klar müssen die erst ein Team werden, aber die haben so viel individuelle Klasse im Team, da macht so etwas nichts aus.
SN: Werden Sie sich hier andere Sportarten auch ansehen?
Vanek: Ja, ich habe mit Michi Grabner ausgemacht, dass wir zum Skispringen gehen, vielleicht geht sich auch ein Skirennen aus.

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12. Feb 2014, 08:25
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 13.02.2014:

Österreich ist bereit für die erste Prüfung

Michael Grabner: „Dürfen nicht vor Respekt erstarren“


SOTSCHI (SN-msm). Geht es nach dem finnischen Sportdirektor des österreichischen Eishockey-Verbands, Alpo Suhonen, dann erlebt das olympische Eishockey-Turnier vielleicht schon am heutigen Donnerstag eine Sensation. „Finnland ist bei jedem Turnier noch einmal um gefallen und es gibt eine gute Chance, dass dies gleich im ersten Spiel ist“, sagt Suhonen, der einst selbst Teamchef Finnlands war. Im Nachsatz relativiert er aber diese Aussage und das ist gut so: Denn Finnland ist zu un gewohnter Spielzeit (12 Uhr Ortszeit, 9 Uhr MEZ) turmhoher Favorit. Der größte Unterschied ist wohl allein die Besetzung der Torhüterposition. Bei den Finnen stehen mit Tukka Rask (Boston), Antti Niemi (San Jose) und Kari Lehtonen (Dallas) drei Keeper, die zu den stärksten in der NHL gehören. 14 Finnen kommen aus der NHL, acht aus der osteuropäischen KHL, Cheftrainer ist die Hockey-Legende Jari Kurri. Bei Österreich beginnt Bernhard Starkbaum nach überwundener Seitenbandverletzung im Tor. Michael Grabner: „Wir dürfen nicht vor Respekt erstarren.“

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13. Feb 2014, 08:48
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 13.02.2014:

„Das beste Turnier der Welt“

Eishockey. 142 NHL-Stars schmücken das Olympiaturnier. Finnlands Superstar Teemu Selänne, 43, träumt von Gold, spricht über Ehre, Stellenwert und den „Fluch der Schweden“.


Von MARKKU DATLER
Sotschi (SN). Es waren drei simple Charterflüge, doch an Bord war besonders wertvolle Fracht: NHL-Superstars im Gesamtwert von mehreren Hundert Millionen Dollar. Der Kanadier Sidney Crosby, der Russe Alexander Owetschkin, der Tscheche Jaromir Jagr, der Finne Teemu Selänne etc. – sie sind der Aufputz für die Winterspiele in Sotschi.

142 Stars wurden aus Amerika eingeflogen, das Turnier begann am Mittwoch. Österreich steigt am heutigen Donnerstag, neun Uhr, erstmals seit Salt Lake City 2002 wieder auf das olympische Eis, der Gegner ist Finnland.

Olympia ist in Amerika ein Begriff. Seit Nagano 1998 macht die US-Profiliga extra Pause, wenn Winterspiele anstehen, „Abkommen“ mit dem Internationalen Olympischen Komitee machen das möglich. Die TV-Quoten (NBC verlangte die NHL-Stars) steigen, Sponsorgelder werden geteilt – und, so wird es im Kabinengang gehandhabt, Dopingtests sind nicht erwünscht . . .

Für den NHL-Club Anaheim Ducks gleicht das Turnier in Sotschi einem Betriebsausflug. Sieben Spieler sind im Einsatz, einer von ihnen ist der finnische Superstar Teemu Selänne. Er führt Finnlands „Leijonat“ (Löwen) an, dafür nimmt der 43-Jährige alle Strapazen der langen Anreise, der Zeitverschiebung von elf Stunden im Vergleich zu Kalifornien und etwaige Verletzungsgefahren in Kauf. „Und“, sagt er, „für mein Heimatland zu spielen ist eine große Verpflichtung. Es ist eine Herzensangelegenheit. Es wird ein herrliches Turnier. Suomalaiset voitta aina!“

Finnen gewinnen immer, das heißt dieser Satz auf Deutsch, nur ganz so stimmt das im Eishockey nicht. Selänne, der seine sechsten „und definitiv letzten“ Spiele bestreitet und neuer Rekordhalter in seiner Heimat wird, spielte damit auf den Nationalstolz an. „Sisu“, also Quell der inneren Kraft, sei vor allem im Eishockey gefragt. Es ist der Nationalsport, steht in der Wahrnehmung neben Formel 1 und Rallye, dahinter kommt lange nichts. „Deshalb sind wir alle immer bereit, für das Team zu spielen“, sagt Selänne, „da gibt es keine Diskussion.“ Wer absagt, ist unten durch.

Gewinnen die Finnen eine WM, das geschah 1995 und 2011, steht das Land kopf. Es herrscht Hysterie, selbst wenn sich Trainer blamieren und mit dem Pokal die Gangway des Flugzeugs hinunterstolpern, hält die Freude an. Genau das ist aber Selännes größter Wermutstropfen. Der „Finnish Flash“, wie er in Amerika aufgrund seiner Schnelligkeit gerufen wird, wurde von seinem NHL-Club nicht freigestellt. Auch war er oft verletzt. „Ich musste diese Siege vom Fernseher und Internet-Livestream verfolgen, es hat wehgetan“, so Selänne.

Aber bei Olympia gebe es kein Halten. Und auch das plagt die Puck-Seele – Finnland hat Olympia nie gewonnen. Bronze, Silber, alles da, vier Medaillen in den vergangenen fünf Spielen und da mit so viele wie kein anderes Land, aber kein Gold. Die bitterste Niederlage setzte es 2006, im Finale unterlag man Schweden. Das sei „furchtbar“ gewesen, so Selänne. Der Spott, der Hohn – immer gewinnen die Schweden, Selänne schüttelt den Kopf. „Es ist ein wirklicher Fluch.“

Für Österreicher ist der Hype, der im hohen Norden um Eis hockey gemacht wird, schwer nachvollziehbar. Natürlich, es gibt Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl, sie alle spielen in der NHL, aber es herrscht nicht so ein landesweiter Kult um die Cracks. Doch dieser Vergleich ist zulässig: Selänne ist wohl der Hermann Maier der Finnen. Medien verfolgen jeden seiner Schritte, berichten über sein Lokal „Steak Tavern“, Homestorys und TV-Sendungen zeigen täglich die „Helden in Übersee“. Selänne spielt seit 1992 in Amerika, der „Blitz“ schlug in Winnipeg ein, danach begann eine Reise zwischen Anaheim, San Jose und Colorado. Erst mit Anaheim gewann er 2007 den Stanley Cup, er hat über 1400 NHL-Spiele absolviert. „Den Stanley-Cup-Sieg werde ich nie vergessen, darauf musste ich so lange warten.“

Neun Finnen tragen NHL-Champion-Ringe, das ist im Vergleich mit Puck-Nationen wie Russland, Tschechien und Schweden verschwindend wenig. Doch es ist Balsam für das schwere Los der finnischen Sportseele. Die einst populäre Leichtathletik ist tot, Schwimmen, Skispringen und Langlauf leiden unter Budgetproblemen, Fußball ist eine Randerscheinung – es fehlen Sieger, oder Typen. Figuren wie Selänne, der mit 43 noch immer nicht aufhört, dessen Gesicht mit 40 Stichen genäht werden musste, Stammgast beim Zahnarzt ist – energiegeladen eisläuft und unheimlich scharf schießen kann.

Österreich ist Finnlands Auftaktgegner heute, Donnerstag, Selänne kennt natürlich seine NHL-Kollegen, nach dem Rest der Spieler zu fragen wäre sinnlos. Den Sieg der „Löwen“ über die „Adler“ wird das nicht verhindern. In der Gruppe warten noch Kanada und Norwegen, der Aufstieg ist gewiss, alles Weitere eine Frage des Glücks. „Wir haben eine super Mannschaft“, sagt Selänne, „alle guten Spieler sind da, das sind die besten Vorzeichen. Aber auch alle anderen haben ihre NHL-Stars an Bord. Ich glaube, das wird das beste Turnier der Welt!“

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13. Feb 2014, 08:49
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Beitrag Re: Olympia 2014
1:0 nach 26 sekunden :D

dieses mal mussten wir nicht lange auf einen treffer unseres nationalteams warten.....


13. Feb 2014, 09:08
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Beitrag Re: Olympia 2014
ein paar NHL verteidiger würden uns nicht schaden (und damit meine ich sicher nicht den pöck)

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13. Feb 2014, 10:02
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Beitrag Re: Olympia 2014
4:8 Auftakt gg. FIN

3x Grabner, Hunderpfund

Positiv: 4 Tore gg. FIN
Negativ: Unsere Verteidigung sind B-WM-tauglich, STARKbaum war aber wirklich stark!

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Alles wird gut!


13. Feb 2014, 11:54
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Beitrag Re: Olympia 2014
Ohne Starkbaum hätten die Powerplays der Finnen auch anders aussehen können!
Ich hab immer nur gehofft . . . bitte kein Goalietausch bitte kein Goalietausch . . . .


13. Feb 2014, 12:23
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Beitrag Re: Olympia 2014
für österreich gar nicht so schlecht, verteidiger sind unser größtes problem, im sturm mit vanek, nödl, grabner, beide raffl, usw haben wir gute leute

und trattnig, unterluggauer, lakos werden auch nicht jünger ;)

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13. Feb 2014, 12:39
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 14.02.2014 (teil 1):

Diese Niederlage stieß Vanek sauer auf

Gemischte Gefühle. Österreich gelingen vier Tore gegen Finnland – doch war ein Punkt außer Reichweite. Da sprach der Kapitän Klartext. Schon heute geht es gegen den Olympiasieger Kanada weiter.


MICHAEL SMEJKAL berichtet aus Sotschi
Dass er nicht hier ist, um sein Trikot spazieren zu fahren, hat Thomas Vanek schon im ersten Spiel gezeigt. Der Kapitän der öster reichischen Eishockey-Nationalmannschaft ging mit seinen Mannen nach der 4:8-Niederlage gegen Finnland hart ins Gericht. „Wenn man auf diesem Niveau et was gewinnen will, muss man ei nen überragenden Torhüter haben. Den haben wir nicht gehabt. Das ist keine Attacke auf ihn, das ist so. Dazu darf man keine einfachen Tore zulassen, die schießen von der Seite und kommen so zu Chancen, das darf nicht sein.“ Recht viel kürzer und prägnanter hätte die Analyse des Spiels auch nicht ausfallen können. Den Österreichern gelangen erstmals vier Tore in einem WM- oder Olympiaspiel gegen Finnland, „da muss man einfach einen Punkt mitnehmen“, wie der dreifache Torschütze Michael Grabner, Teamkollege von Vanek bei den New York Islanders, meinte.

Noch dazu hat Österreich den Gegner eiskalt erwischt und lag 1:0 und 2:1 in Front. Doch das Team hat sich selbst geschlagen. Starkbaum ließ viele Fernschüsse abprallen, die heimischen Verteidiger waren nicht in der Lage, diese Abpraller aus der Gefahren zone zu befördern. Dazu agierten die Verteidiger viel zu langsam. „In Österreich hat man vor dem Pass zwei, drei Sekunden Zeit, hier nicht, da geht alles schneller“, meinte Vanek, dem selbst aber auch nicht zu viel geglückt ist. So kassierte Österreich drei, vier billige Gegentore, die nicht einmal aus zwingenden Chancen entstanden sind. Denn bei den Topchancen war Starkbaum durchaus auf dem Posten: 52 Torschüsse hat er in den 60 Minuten auf sein Tor bekommen, 44 hat er gehalten. Mit Verteidigern, die die Zone vor dem Tor beherrschen, wären es auch deutlich weniger Gegentore geworden, das ist die zweite Erkenntnis aus dem Spiel.

Den richtigen Schluss daraus muss jetzt Teamchef Manny Viveiros ziehen und das schnell. Schon am heutigen Freitag wartet der mit Superstars gespickte Olympiasieger Kanada (18 Uhr MEZ), das könnte mit so einem Abwehrverhalten ein ganz bitterer Abend werden. Dass Viveiros seinen Goalie danach starkgeredet hat, überrascht nicht, denn er hat keine Wahl auf der Position. „Starkbaum hat sehr gut gespielt und viel gehalten“, meinte Viveiros, der sich erst Freitag entscheiden wollte, wer spielt. Doch egal wie der Mann im Kasten heißt: Mit nur zwei Verteidigerpaaren kann man hier nicht agieren. Mario Altmann und Robert Lukas sind überfordert, Matthias Trattnig und André Lakos hatten einen rabenschwarzen Tag, .

So lagen die positiven Aspekte allesamt in der Offensive: Michael Grabner gelangen bei vier Torschüssen drei Tore, diese Effizienz ist Weltklasse. Seine Linie mit Michael Raffl und Brian Lebler war von den Finnen nicht in den Griff zu bekommen. „Ich freue mich über drei Tore bei Olympia, aber ich hätte lieber einen Punkt mitgenommen“, meinte Grabner. Auf dem Weg zu einer Sensation stand man sich aber selbst im Weg.

Zumindest werden die Kana dier nach dem gestrigen Tag aber wissen, gegen wen sie da heute antreten müssen. Das war Stürmer Jamie Benn bei der Pressekonferenz am Dienstag noch nicht klar. Auf die diesbezügliche Frage meinte er: „Um ehrlich zu sein, über Österreich weiß ich nichts. Aber die Trainer haben gesagt, sie werden uns noch ein Video von ihnen zeigen.“ Den „Ahornblättern“ wurde das Toreschießen nicht so leicht gemacht wie den Finnen. Sie besiegten aber Norwegen erwartungsgemäß 3:1.

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14. Feb 2014, 08:10
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 14.02.2014 (teil 2):

Bernhard Starkbaum
Eishockey-Torhüter


Von MICHAEL SMEJKAL
Die Spuren der vorangegangenen Stunde waren noch auf dem Trikot zu sehen: Das rote Teamtrikot hing mit Schweiß vollgesogen schwer von den Schultern und hatte ziemlich viele schwarze Streifen von den Pucks abbekommen, die Donnerstag mit deutlich über 100 Stundenkilometern auf ihn zugekommen waren. Gleich 52 Mal schossen die Finnen auf sein Tor, 44 Mal hielt der gebürtige Wiener, acht Mal schlug es im Tor ein. 52 Schüsse in 60 Minuten, das ist fast ein Schuss pro Minute. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt in einem Spiel so viele Schüsse bekommen habe“, meinte der Keeper. „Bei dieser Anzahl an Schüssen wird es echt zäh.“ Torhüter verlieren in so einem Spiel bis zu fünf Kilogramm. Doch es wird mit Sicherheit nicht einfacher: Am heutigen Freitag wartet Kanada, das ist für jeden Torhüter auf den Welt eine Herausforderung, für einen österreichischen Keeper fast eine Bedrohung. „Aber ich bin bereit dafür. Ich würde am liebsten jedes Spiel spielen, doch das entscheidet der Trainer“, meinte der Keeper, der in der kommenden Woche seinen 28. Geburtstag feiert – wenn Österreich in das Viertel finale kommt, sogar auf dem Eis. Dass über Torhüterleistungen immer diskutiert wird, ist ihm klar, aber er war mit seiner Leistung dennoch zufrieden. „Die war ganz ordentlich. Auch wenn es zu viele Tore waren und leider einige, bei denen wir die Scheibe nicht weggebracht haben.“

Olympia ist für Starkbaum nicht nur ein Karrierehöhepunkt, es ist auch ein Jobgesuch in eigener Sa che. Bei seinem schwedischen Team Brynäs Gävle bekam er nur einen Vertrag bis Saisonende. „Angesichts der vielen Scouts und Manager, die hier sind, bin ich über jede Minute froh, in der ich mich präsentieren kann.“ Auch wenn er dafür ständig im Dauerfeuer steht.

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14. Feb 2014, 08:10
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Beitrag Re: Olympia 2014
sn e-paper von heute 14.02.2014 (teil 3):

Russen starteten Mission Gold mit Sieg

SOTSCHI (SN). Russlands Eishockeyteam um Superstar Alexander Owetschkin hat zum Auftakt seines olympischen Heimspiels noch keinen goldenen Glanz versprüht. Nach einem Blitzstart mit zwei schnellen Toren war das 5:2 (2:0, 1:2, 2:0) gegen Aufsteiger Slowenien am Ende wegen defensiver Wackler nicht mehr als ein Arbeitssieg. Im rappelvollen „Bolschoi“-Dom von Sotschi trafen am Donnerstag Owetschkin (2. Minute), Jewgeni Malkin (4.), Ilja Kowaltschuk (38.), Waleri Nitschuschkin (44.) und Anton Below (48.). Als die Russen im zweiten Drittel kurz nachließen, konnte Ziga Jeglic mit einem Doppelpack (22./39.) glänzen.

Im Parallelspiel waren die USA noch wesentlich souveräner und schlugen Ex-Weltmeister Slowakei mit 7:1 (1:0, 6:1, 0:0). Dabei überzeugten die NHL-Stars aus Nordamerika vor allem im zweiten Abschnitt, unter anderem mit vier Toren innerhalb von sieben Minuten.

Keine vier Minuten brauchten die russischen NHL-Superstars Owetschkin und Malkin bei ihrem ersten Einsatz am Schwarzen Meer, um das Heimpublikum erstmals in Ekstase zu versetzen. Nach 77 Sekunden schloss Owetschkin einen Angriff zur Führung ab, kurz dar auf drosch Malkin den Puck zielgenau unter die Querlatte des slowenischen Tors. Euphorie und Erleichterung war den Russen, die in Sotschi gewaltig unter Druck stehen, anzumerken. Nach seinem Tor geriet Owetschkin aus dem Gleichgewicht, noch im Rutschen gegen die Bande hob der Stürmer die Fäuste und zeigte beim Jubelschrei seine markante Zahn lücke. Obwohl die 11.654 Zuschauer aus dem Häuschen waren, unterliefen den Russen viele Defensivfehler.

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14. Feb 2014, 08:11
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